4 Beurer-Halbmarathon in Ulm

Nach dem eher enttäuschenden ersten Lauf in diesem Jahr in Stuttgart hatte ich mir für diesen Lauf viel vorgenommen. Ich hatte versucht meinen Trainingsrückstand durch die lange Krankheitspause im Winter wieder aufzuholen. In einer Generalprobe 3 Wochen vor diesem Lauf schaffte ich auf meiner Trainingsstrecke die 21 Km in 2:01h, was mich hoffen lies hier in Ulm endlich die magische 2h Mauer zu durchbrechen. Der Morgen war eiskalt und bewölkt aber trocken, also eigentlich ideale Bedingungen für meine Ziele.
Nachdem wir unsere Startnummern geholt hatten, wärmten wir uns noch eine Weile in der Donauhalle bevor wir uns 15 Minuten vor dem Start in den Startbereich begaben. Meike und ihr Vater gingen in den letzten Starterblock und ich reihte mich alleine hinter der 1:59 Pacemakerin ein.
Die ersten 5 Km verbrachte ich damit der Pacemakerin zu folgen bzw. zu ihr aufzuschließen. Was hier in Ulm nicht ganz so einfach war, da die Strecke an vielen Stellen sehr schmal ist .So dauerte es immer einige Momente bis man eine passende Lücke fand um einen langsameren Läufer zu überholen. Bei Kilometer 3 begann mein Sensor am Fuß zu streiken, so dass ich von nun an ohne die gewohnten Kilometer und Geschwindigkeitsangaben auskommen musste. Bei Kilometer 7 reifte in mir der Plan mein Pacemakerein zu überholen und mir einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Er sollte als Sicherheitspuffer für das letzte Drittel dienen, das wenn der Einbruch kam ich es vielleicht doch noch unter 2h schaffe. Entlang der Donau durch gut Bevölkerte Vororte von Ulm erreichte ich die 10 Km Marke bei 55 Minuten. Es ging immer weiter in diesem Tempo, die Beine begannen zu schmerzen aber der Atem und der Puls blieben ruhig, so dass es keinen Grund gab das Tempo zu drosseln. Nun begannen in meinem Kopf die Rechenspiele, was ist in diesem Tempo möglich? Bald merkt ich das ich die 2 Stunden-Marke deutlich unterbieten kann, eine erste Hochrechnungen bei Kilometer 16 ergab, dass eine Zeit von 1:55 ist realistisch ist. 1:55 ist für mich ein absolutes Traumergebnis für das sich das ganze Training gelohnt hätte!!
Leider nahmen mich die Zuschauer und die Bands die die Strecke säumten so gefangen, dass ich die meisten Kilometermakierungen übersah und da meine Uhr noch Kilometer 10 zeigte war ich ziemlich orientierungslos. So lief ich recht planlos Richtung Fischerviertel, völlig am Ende und die Zeit flog nur so dahin. War die 1:55 doch zu optimistisch? Nur noch 2 Minuten bis zur Traumzeit aber ich merkte wie meine Kräfte schwanden. Wie lange noch? Wahrscheinlich war ich kurz vor oder auf dem letzten Kilometer, schätze ich, also werde ich die 1:55 doch nicht erreichen. Nun eine 1:57 ist auch nicht schlecht und immerhin deutlich unter 2h und damit wäre mein Ziel erreicht, versuchte ich mich zu trösten und begann etwas das Tempo zu reduzieren. Eigentlich war das Münster direkt vor mir aber die Strecke machte wieder eine Kehre weg vom Ziel, wie lange noch? Noch eine Rechtskurve und ich sah das Münster und am Anfang des Münsterplatzes keine 200m von mir entfernt einen roten Bogen. Das Ziel schoss es mir durch den Kopf, du Depp, das ist das Ziel. Also alle Reserven mobilisiert und den leichten Anstieg zu Münsterplatz hinauf gesprintet, die große Stoppuhr zeigte 1:59! Brutto unter 2 Stunden, und meine Uhr zeigte 1:55:23!>

0 Kommentare zu “4 Beurer-Halbmarathon in Ulm”


  • Keine Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: